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Dampftraktor
 

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2-Achs-Anhaenger
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Ansichten vom fertig instand gesetzten Burrell

 

Dann noch ein paar Detailfotos

                       

 Führerstand                   Kurbelwelle                    Getriebe                  Steuerwelle

 

                       

Zylinder I                  Zylinder II                       Tender                      Differential

 

Technische Daten des Dampftraktors:

Hersteller des Originals: CHARLES BURRELL & SONS, THETFORD, ENGLAND (GB)

Typ: 6 N.H.P.  Traction Engine  (N.H.P. = Normal Horse Power), Bauzeit des Originals Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts

Maßstab: 3" Scale, d.h. 1 foot (12 Inch) = 3 Inch, das Entspricht einem Maßstab von 1:4

Konstrukteur: Des Modells G. Plastow

 

Abmessungen:

Gesamtlänge     1140 mm

Gesamtbreite    510 mm

Gesamthöhe      745 mm

Leergewicht       118 kg, fahrfertig ca. 130 kg

 

Antriebsmaschine:

Ein doppelwirkender Zylinder mit Laufbuchse, liegend,

Bohrung: 50,8 mm, Hub: 63,5 mm,

Kolbenstangen-ø 9,5 mm, Kolben mit 2 Kolbenringen,

Muschelschieber, Hub: ~11 mm,

Stephensonsche Kulissensteuerung,

Zentrifugalregulator auf dem Zylinder,

Schmierung der Maschine durch eine Zylinderschmierpumpe mit Ratschenantrieb,

gleitgelagerte Kurbelwelle,

Schwungrad-ø 292 mm.

 

Dampfkessel:

Kupferkessel, hartgelötet,

Kesselvolumen 7,0 l,

ø 152,4 mm, Länge ~550 mm,

15 Rauchrohre ø 16 x 1,35 mm,

max. Arbeitsdruck 6,9 bar, Prüfdruck (Festigkeitsprüfung) 13,8 bar, wiederkehrende Prüfung 9,9 bar.

Absicherung über 2 Federsicherheitsventile.

Anzeigemanometer 0-10 bar.

Nachspeisevorrichtungen: Kurbelwellengetriebene Maschinenpumpe, Handpumpe und/oder Injektor

 

Sonstiges:

Feuerung: ursprünglich Kohle-, nun aber umgebaut auf Gasfeuerung.

Hinterräder : ø 437 mm

Vorderräder : ø 272 mm

2 Gang Getriebe

Handbremsband mit Hartholzbremsklötzen auf Zwischenwelle

Hinterachsdifferential

Seilrolle mit Stahlseil

Tender mit dampfbetriebenem Wasserlifter, Speisewasservorrat etwa 6,9 l

 

 

Aufbau und die Wirkungsweise dieses Dampftraktors:

1. Die liegende Dampfmaschine:

Bei der doppelwirkenden Dampfmaschine erfolgt während einer Kurbelumdrehung auf jeder Seite des Kolbens ein Arbeitsprozess. Die Dampfsteuerung erfolgt zwangsläufig durch einen Muschelschieber. Dieser ist durch die Schieberstange über die Kulisse mit den beiden Exzentern auf der Kurbelwelle verbunden und läuft im Schiebergehäuse. Gehäuse ist an dem Zylinder, der als Dampfdom ausgebildet ist, angeschraubt. Im Schieberspiegel am Zylinder befindet sich der Abdampfanschluss und die Bohrungen und Kanäle die den Frisch- und Abdampf in und aus dem Zylinder leiten. Der Abdampf wird in den Kamin geleitet, wo er die Funktion des Bläsers (Saugzugunterstützung der Feuerung) übernimmt.

Der Muschelschieber wird von außen mit Frischdampf angeströmt und durch den Dampfdruck gegen die Schieberplatte gedrückt. Die Steuerung des Frischdampfes geschieht somit durch die Aussenkanten, die des Abdampfes durch die innere Ausnehmung im Schieber.

Der Muschelschieber ist über die Schieberstange und den Kulissenstein an die Kulisse angekuppelt. Die Kulisse wiederum ist an den beiden Enden mit je einer der beiden Exzenterstangen verbunden. Am anderen Ende der Stangen befinden sich die Exzenterringe, welche auf den beiden Exzentern laufen. Die Exzenter sind auf der Kurbelwelle so justiert, dass der für die eine Drehrichtung dem oberen Totpunkt ca. 90° vor- und der für die gegenläufige Drehrichtung ca. 90° nacheilt.

Die Kulisse wird über die Steuerstange, den Umsteuerhebel und die Umsteuerwelle bewegt. Je nach deren Stellung wird dann die Bewegung des Steuerschiebers beeinflusst. In den beiden Endlagen ist immer nur ein Exzenter voll im Eingriff und der Schieber macht den kompletten Hub. Wird die Kulisse aus der Endlage geschwenkt, wird sie durch beide Exzenter beeinflusst und der Schieberhub verringert (die Füllung verändert). In der Mitte der Kulisse heben sich die beiden Exzenterbewegungen auf, somit wird der Schieber nicht bewegt und die Maschine steht.

Der Arbeitskolben ist über die Kolbenstange mit dem Kreuzkopf verbunden. Der Kreuzkopf wird in einer Flachführung geführt. Er dient der Abstützung des Momentes vom Kurbeltrieb und somit der Entlastung der Kolbenstange.

Im Zylinder ist zusätzlich noch der manuell zu bedienende Schieber für den Fahrtregler, sowie der Schieber des mechanischen Drehzahlreglers, welcher durch den per Riemen angetriebenen Zentrifugalregulator betätigt wird, untergebracht.

 

Die Vorgänge während einer Umdrehung der schiebergesteuerten  Dampfmaschine:

Im vorderen Totpunkt hat der Schieber den Dampfkanal für den Frischdampf des vorderen Zylinderraumes bereits freigegeben und der Kolben wird durch den einströmenden Dampf nach hinten gedrückt. Auf dem Weg nach hinten öffnet der Schieber den Abdampfkanal des hinteren Zylinderraumes und der Abdampf kann ausströmen. Kurz vor erreichen des hinteren Totpunktes wird der Dampfkanal für den Frischdampf des vorderen Zylinderraumes wieder verschlossen und der des hinteren Zylinderraumes geöffnet. Der Kolben bewegt sich nun wieder nach vorne. Während des Vorwärtshubes öffnet der Schieber der Abdampfkanal des vorderen Zylinderraumes und der Abdampf kann entweichen. Kurz vor dem vorderen Totpunkt wird der Dampfkanal für den Frischdampf des hinteren Zylinderraumes wieder verschlossen und der des vorderen Zylinderraumes wieder freigegeben. Nun beginnt der Zyklus von neuem.

 

2. Der Rest des Traktors:

Der liegenden Kessel ist das tragende Teil des Dampftraktors, an ihm sind alle weiteren Teile montiert. Der Kessel besteht aus einem Langkessel (zylindrischer Teil) und dem Stehkessel mit Feuerbuchse.

Auf der Rückseite des Kessels befindet sich die Feuerluke für Festbrennstoffe, sowie die Wasserstandsanzeige. Seitlich sind die beiden Rückschlagventile für die Kesselspeisung (1x für die Kolbenpumpe, 1x für die Handpumpe/den Injektor) angebracht.

Vorne ist die Rauchkammer montiert, an der wiederum die Vorderachse und der Schornstein befestigt ist.

Oben auf den Kessel ist der Zylinder, sowie die Abstützung für die Kreuzkopfführung geschraubt.

Am Stehkessel sind hinten die beiden Hornplatten montiert.

Die Hornplatten sind die Träger für weitere Bauteile wie: Kurbelwelle, Zwischen- und Abtriebeswelle, Getriebe (2 Gang), Tender und Steuerwelle (Lenkung).

Auf der Zwischenwelle befindet sich eine Rad auf das ein Bremsband, bestückt mit Hartholzklötzen, wirkt.

Die beiden Antriebsräder sind auf der Abtriebswelle montiert. Um auch kleine Radien fahren zu können ist ein Differenzialgetriebe im linken Rad eingebaut. Zusätzlich ist noch eine Seilrolle zur Verrichtung kleinerer Arbeiten montiert.

Im Tender ist Platz für das Speisewasser, den Brennstoffvorrat (Kohlen) und den "Maschinisten / Heizer".

Im Tender ist noch einen Handspeisepumpe, seitlich am Tender ist der Injektor (zur Kesselspeisung) und der Wasserheber zum befüllen des Speisewassertanks montiert.

Um die Maschine auch wirklich fahren zu können habe ich noch einen Einachs- und einen Zweiachsanhänger mit Sitzplätzen für den Maschinisten und die Passagiere gebaut. Näheres hierzu finden Sie auf den entsprechenden Seiten.

 

 

Wie kam es zum Bau der Maschine:

Da ich ja landwirtschaftlich etwas vorbelastet bin, und ich endlich auch einmal etwas bauen wollte, das auch fährt, dachte ich, dass ein Dampftraktor das richtige für mich wäre.

Nach dem Sichten verschiedener Pläne und dem Festlegen des Maßstabes entschied ich mich für die BURRELL 6 N.H.P. Traction Engine nach den Plänen von G. Plastow.

Zuerst suchte ich nach einem Lieferanten für den passenden Dampfkessel, da ich mir den Bau eines Apparates in dieser Größenordnung nicht zutraute, bzw. mir das zu gefährlich erschien.

Nach etwas Hin und Her landete ich bei einem freundlichen englischen Kesselbauer, der mir den Kessel in den gewünschten Abmessungen herstellen wollte.

Nun machte ich mich auf die Suche nach den Gussteilen. Auch hier wurde ich wieder in England fündig, bzw. hätte diese auch bei einem deutschen Lieferanten bekommen.

Gerade zu dem Zeitpunkt als ich den Kessel und die Gussteile bestellen wollte, bekam ich dann ein interessantes Angebot für einen fertigen, jedoch instandsetzungsbedürftigen, Dampftraktor.

Nach einer kurzen Bedenkzeit entschied ich mich dann für dieses Traktor.

Die Maschine wurde im Frühjahr 2007 zerlegt, und der Kessel vom TÜV abgenommen.

Schon beim Zerlegen der Maschine wurde klar, dass hier an vielen Stellen Nacharbeit, bzw. die Neuanfertigung von Teilen nötig ist.

Nun hatte ich zuerst begonnen den Kessel in die Maschine einzubauen. Hierbei ergaben sich einige Schwierigkeiten durch Abweichung des neuen von dem alten Kessel.

Danach wurde der Zylinder provisorisch auf dem Kessel montiert. Nun müssen diverse Maschine- und Steuerungsteile instand gesetzt, bzw. neu angefertigt werden.

Zwischenzeitlich wurden die Laufräder mit einem zusätzlichen Blech belegt und auf dieses dann ein Gummi aufvulkanisiert. Die Endbearbeitung, anbringen der Fasen und der Mittelrillen wurde auch bereits durchgeführt.

Nach der Anfertigung verschiedener Triebwerksteile wurde der Traktor Stück für Stück wieder montiert und ein Probelauf mit Druckluft durchgeführt. Hier kam es mal wieder zu weiteren Problemen und Verzögerungen.

Somit lies ich die Arbeit am Traktor ruhen und fertigte ein anderes Modell.

Danach ging es mit frischem Elan weiter und dadurch machte die Arbeit Fortschritte.

Der Traktor wurde nun komplettiert und eine 1. Probefahrt (Gasbrenner) durchgeführt. Diese verlief sehr gut, es waren nur ein paar kleine Nachbesserungen nötig  und es musste dringend ein Anhänger gebaut werden.  Gesagt, getan...  Die Sache mit dem Gasbrenner war aber nicht so Erfolgreich, sodass die weiteren Fahrten mit Kohlefeuerung durchgeführt wurden. Hier gab es wieder einiges zu lernen, bis dies richtig zu Händeln war. Dabei wurde auch noch ersichtlich, dass die ein oder andere Änderung am Traktor noch vorzunehmen ist. Nach dem diese erledigt waren, wurde der Traktor wieder komplett zerlegt, die Teile soweit überarbeitet und alles zum Lackieren vorbereitet.

Da es eine Weile dauerte bis die Teile vom Lackierer kamen, vergangen wieder ein paar Wochen. Als alles wieder in der Werkstatt war, ging es aber kräftig an die sorgfältige Endmontage und somit konnte der Traktor auch relativ zügig wieder zusammen gebaut werden. Nun sind noch ein paar kleine Restarbeiten und dann wird erst einmal ein wenig gefahren.

Mittlerweile bin ich mit dem Traktor schon über 100 km gefahren (Stand Ende 2012) natürlich musste es hier schon das Ein oder Andere ausgebessert und  repariert werden. So habe ich die Sicherheitsventile umgebaut, damit diese leichter demontiert und eingestellt werden können. Weiter habe ich Lampen für den Traktor gefertigt, einen anderen Injektor montiert, den Bläser samt Hilfsbläser für die Gasfeuerung modifiziert und eine Kaminverlängerung angefertigt.

Das Fahren mit der Maschine macht uns bis jetzt viel Freude :-) :-) :-)

Nun hoffe ich auf einen weiterhin guten und störungsfreien Betrieb des Traktors.

 

 

                       

 Zur Ergänzung: So hatte ich den Burrell damals erworben!

 

Zum Schluss dann noch die beiden Anhänger

 

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Copyright © 2018  Gerd Litty
Stand: 21. September 2018